Fliegerhorst Schleswig

Der Fliegerhorst Schleswig existiert seit 1916 und befindet sich in Jagel bei Schleswig, etwa 40 Kilometer südlich der Grenze zu Dänemark. Wie viele andere Fliegerstützpunkte auch, war Schleswig während des Zweiten Weltkrieges Heimat diverser fliegender Einheiten der deutschen Luftwaffe. Von hier aus wurden in den letzten Kriegsmonaten Angriffe auf England mit der Vergeltungswaffe 1 („V1“) ausgeführt. Nach Kriegsende besetzten britische Truppen den Stützpunkt, welcher dann ab 1948 wieder aktiviert wurde, um Flüge zur Versorgung Westberlins während der Luftbrücke durchzuführen. Die Nutzung durch die Royal Air Force zog sich noch bis 1958, dann wurde der Platz an die Bundeswehr übergeben und zur Heimat des Marinefliegergeschwaders 1 (MFG 1). Diese Einheit wurde ab dem Jahre 1963 mit dem F-104 Starfighter ausgerüstet, welchem ab 1981 dann die ersten Tornado Jagdbomber folgten. Ende 1993 wurde das MFG1 schließlich aufgelöst und die in Schleswig stationierten Tornados in das neu aufgestellte Aufklärungsgeschwader (AG) 51 Immelmann überführt. Nach der Auflösung des Taktischen Ausbildungskommandos in Holloman / USA, welches für die Ausbildung der deutschen Tornadopiloten verantwortlich war, ist seit Frühjahr 2017 nun das (2013 umbenannte) Taktische Luftwaffengeschwader 51 mit dieser Aufgabe betraut.

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 verfügt aktuell über ca. 35 Tornado Jets, welche sich aus den beiden Varianten IDS bzw Recce (Interdiction/Strike – Jagdbomber und Aufklärer) und ECR (Electronic Combat Reconnaissance – Elekronische Aufklärung und Bekämpfung gegnerischer Luftabwehr) zusammensetzt. Darüber hinaus werden die von der Luftwaffe eingesetzten Aufklärungsdrohnen für den mittleren Höhenbereich von der zweiten Staffel des Geschwaders betrieben.

Wappen des TaktLwG 51 „I“, bei der Gründung mit kleinen Änderungen übernommen vom ehem. AG 52


Dos and Don‘ts:

Das Fotografieren wird hier in Schleswig weitgehend uneingeschränkt toleriert, solange man sich an die grundlegenden Verhaltensregeln hält. Falls ihr eine Leiter benutzen solltet, haltet etwas Abstand zum Zaun. Und wie erwähnt solltet ihr speziell an den Spots, wo ihr Bodenbetrieb aus kurzer Distanz sehen könnt, darauf achten, Personen unkenntlich zu machen.

Punkt 1 - Start RWY05 / Ankunft RWY05
54°27'1.82"N   9°29'49.92"E
///herbst.zauberer.anders
///aristocracy.occulted.framed

Der Flugplatz verfügt über zwei Start- und Landebahnen, von denen im Regelfall allerdings nur die Bahn 05/23 genutzt wird. Dieser erste Spot liegt direkt am südlichen Ende des Runways und ist mit dem Auto erreichbar. Von hier aus hat man einen erhöhten Blick über den südlichen Teil des Platzes. Die Shelterschleife Nordwest ist gut einsehbar und die Maschinen kommen beim Start in Richtung 05 relativ nah an den Spot heran. Vor dem Spot liegt auch die südliche Last Chance Position, die allerdings wegen eines Erdwalls von hier aus nicht einsehbar ist. Eine Leiter wird hier nicht benötigt.

Brennweite: 100-400mm
Tageszeit: Shelterschleife Nordwest ganztägig, An-/Abflug 05 ab Nachmittag

Punkt 2 - Start RWY05 /Ankunft RWY05
54°26'57.39"N  9°30'4.33"E
///verkauf.häufig.mama
///hostiles.assessed.sponge

Hier steht ihr am Zaun unmittelbar neben dem Beginn der Startbahn. Ihr könnt die Last Chance Position einsehen und die Jets kommen direkt von dort auf die Bahn und wenden vor euch, bevor sie mit Nachbrenner in den Himmel starten. Das Abheben ist aufgrund der Entfernung nur noch mit größeren Brennweiten einzufangen. Dieser Spot ist aber die perfekte Wahl, wenn man auch mal etwas für’s Gefühl haben möchte – denn man spürt, wie hier die Erde bebt, wenn ein Tornado sich in Bewegung setzt. Eine Leiter braucht ihr auch hier nicht, allerdings empfiehlt sich für Personen unter 1,80m ein kleiner Tritt, um vernünftig über den Maschendrahtzaun zu fotografieren. Das Auto lasst ihr an der Straße stehen und könnt euch dann am Feldrand entlang zum Zaun bewegen.

Brennweite: 200-400mm
Tageszeit: ganztägig


Punkt 3 - Ankunft RWY05 / Abflug RWY23
54°26'45.82"N  9°30'17.20"E
///käse.angeln.farblich
///everywhere.regretfully.deciding

Hier steht ihr an einem Feldrand mit etwas Abstand zur Startbahn, um einen besseren Bildwinkel für die startenden Tornados zu realisieren. Diese tauchen etwa in der Mitte des Platzes über den Gebäuden auf und nutzen den Nachbrenner oft noch, bis sie euch passiert haben. Das Auto solltet ihr an der Straße stehen lassen, sodass es den Verkehr und die Bauern nicht behindert. Eine Leiter ist nicht notwendig.

Brennweite: 400mm +
Tageszeit: Bis zum Nachmittag

Punkt 4 - Shelterschleife Südost
54°27'19.57"N  9°31'45.18"E
///ansatz.etwas.ausruhen
///flattest.seatbelts.superhuman

Hier bekommt ihr nichts mit vom eigentlichen Flugbetrieb, seid dafür aber ganz nah dran an den Maschinen, die aus den Sheltern rollen und für den Start vorbereitet werden. Das Fotografieren hier wird toleriert, denkt aber bitte daran, Personen unkenntlich zu machen, wenn ihr die Bilder veröffentlichen wollt. Ihr könnt hier einige Shelter sehen, aber wo genau es etwas zu sehen gibt vor dem Start ist natürlich immer ungewiss. Die Wahrscheinlichkeit ist aber immer groß, dass es hier mindestens 1-2 Tornados aus nächster Nähe zu sehen gibt. Aufgrund des niedrigen Zauns braucht ihr auch hier keine Leiter. Das Auto könnt ihr an der Straße abstellen (natürlich ohne den Verkehr zu behindern).

Brennweite: 100-400mm
Tageszeit: Ganztägig

Punkt 5 - Abflug RWY05 / Ankunft RWY23
54°27'36.73"N  9°32'8.44"E
///schlüpfen.einzug.abgerufen
///livelihoods.stopped.jigging

Hier steht ihr an einem Weg im Anflugbereich der nicht genutzten Bahn 07/25. Eine kleine Leiter ist hier hilfreich, um ungehinderten Einblick auf den Platz zu bekommen. Stellt euch dazu am besten an der Erhöhung ein paar Meter entfernt vom Zaun auf. Ihr habt beim Start Richtung 05 einen guten Blick auf die Tornados, sobald diese sich in der Luft befinden. Auch die Landung Richtung 23 ist gut einsehbar. Beides setzt aber eine große Brennweite voraus. Bei Landungen in Richtung 05 ist der Spot nutzbar für die Maschinen, die am Ende der Bahn zurück zu ihren Sheltern rollen. Diese kommen in geringer Distanz an euch vorbei. Euer Fahrzeug könnt ihr an einer der Stichstraßen abstellen oder am Spot 6.

Brennweite: 400-600mm
Tageszeit: Ganztägig

Punkt 6 - Abflug RWY05 / Ankunft RWY23

 54°28'6.91"N  9°32'17.90"E
///ellbogen.winzerin.wertungen
///savings.flounce.venturing

Hier steht ihr etwas südlich des Anfluges Richtung 23 am Zaun und könnt landende Maschinen sehr gut und auf kurze Distanz ablichten. Richtung 05 startende Maschinen sind auch einzufangen, allerdings schon recht hoch und steil über euch. Ähnlich wie Punkt 2 könnt ihr an diesem Ende auch einen schönen Start am Boden erleben sowie die nördliche Last Chance Position einsehen (folgt dazu dem Zaun noch ein wenig nach Süden). Eine kleine Leiter ist hier hilfreich, wenn ihr die Maschinen am Boden erwischen wollt. Für Landungen kommt ihr ohne Leiter aus. Das Auto könnt ihr direkt am Spot abstellen. Ihr erreicht ihn über einen Sand-/Schotterweg, der von der Hauptstraße abzweigt.

Brennweite: 100-400mm
Tageszeit: Landungen ganztägig, Starts bis zum Nachmittag

Punkt 7 - Ankunft RWY23 / Gateguards

 54°28'16.98"N  9°32'22.63"E
///haltung.kirsche.fliege
///seclusion.milling.parents

Hier steht ihr direkt an der Hauptzufahrt zum Fliegerhorst und werdet von den landenden Maschinen direkt überflogen. Darüber hinaus könnt ihr hier drei aufgestellte Gateguards bewundern, welche sich auf dem Gelände rechts und links der Wache befinden und vom Zaun aus fotografiert werden können. Eine Leiter ist nicht notwendig. Das Auto könnt ihr an den Besucherplätzen auf der linken Seite abstellen.

Brennweite: 50-200mm
Tageszeit: Ganztägig

Häufige Besucher in Jagel:
Regelmäßige Besucher gibt es in Jagel leider kaum – allenfalls kommt hin und wieder ein Eurofighter aus Wittmund oder Laage vorbei. Trotz der Nähe zum Fliegerhorst Hohn sind Anflüge der Transall äußerst selten. Ihr müsst euch also im Normalfall mit der Präsenz der hier stationierten Tornados begnügen, was allerdings aufgrund der abwechslungsreichen Eindrücke an den einzelnen Spots gut kompensiert werden kann.

Text:  Sebastian Blind
Bilder: Sebastian Blind, Marc Rosenkranz

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