Fliegerhorst Nörvenich

Der Fliegerhorst Nörvenich liegt ca. 30 Kilometer westlich von Köln auf der Grenze zwischen den Landkreisen Düren und Rhein-Erft. Gebaut wurde er 1953, ursprünglich als eine der sogenannten Clutch-Bases* der Royal Air Force in Deutschland, wurde aber bereits im Dezember 1955 an die frisch gegründete Bundeswehr übergeben. Die darauffolgende Aufstellung der 1. Luftwaffen-Lehrkompanie am 8. Dezember 1955 in Nörvenich gilt als Geburtsstunde der bundesdeutschen Luftwaffe. Erst einige Zeit später, am 20. Juni 1958, wurde das Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich aufgestellt, welches dann 1961 seinen Traditionsnamen „Boelcke“ bekam. Der Verband schrieb immer wieder Geschichte, so z. B. als erster deutscher Verband mit der Lockheed F-104 Starfighter (1961) oder dem ersten Luftwaffenverband mit dem Panavia Tornado (1983). Zum 01.10.2013 erfolgte die Umbenennung in Taktisches Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“.

Außerdem wurde der Fliegerhorst Nörvenich von 1979 bis 1992 als Forward Operation Location von Fairchild-Republic A-10 „Thunderbolt“ der U.S. Air Force genutzt. Im Regelfall waren acht Thunderbolts in Nörvenich, die alle zwei Wochen getauscht wurden. Des Weiteren beherbergt der Fliegerhorst Nörvenich bis heute mit dem „SAR 41“ einen Such- und Rettungshubschrauber, welcher seit 2014 vom Transporthubschrauberregiment 30 aus Niederstetten betrieben wird. Im Dezember 2020 erfolgte der bisher einzige Waffensystemwechsel beim SAR 41 vom Bell UH-1D auf den Airbus Helicopter H145M LUH SAR.

*Sogenannte Clutch-Bases waren RAF-Stützpunkte, die in den 1950er-Jahren möglichst weit entfernt von der innerdeutschen Grenze gebaut wurden. Dazu zählen Wildenrath, Brüggen, Geilenkirchen und Laarbruch
(heutiger Flughafen Weeze).


Geflogen wird in Nörvenich im Regelfall Mo. – Do. zwischen 09:00 und 11:00 sowie zwischen 14:00 und 16:00. Freitags entfällt die Nachmittagsrunde und der Platz ist ab 12:00 geschlossen. Besonderheiten wie Nachtflüge werden auf der Geschwaderseite unter luftwaffe.de bekannt gegeben. In Wochen mit Nachtflug entfällt Mo. – Do. die Vormittagsrunde und es wird, neben der standardmäßigen Nachmittagsrunde, zusätzlich ungefähr gegen Sonnenuntergang geflogen. Der Freitag bleibt hiervon unberührt.

Dos and Don‘ts:
Natürlich gilt es auch in Nörvenich, eine gewisse Spotter-Etikette zu beachten. Also parkt euer Auto so, dass es nicht stört (auf keinen Fall ein Crashtor zuparken), behindert niemanden bei seiner Arbeit (u. a. Landwirte), nehmt euren Müll wieder mit, lehnt eure Leitern nicht an den Zaun und seid freundlich zu Ordnungsbehörden wie Polizei oder militärischen Wachen. Auch die verrichten nur ihre Arbeit, und jeder weiß: Wie es in den Wald ruft, schallt es heraus.
Have fun!

Punkt 1 - Runway 25 Approach
50°50‘10.9“N   6°40‘53.1“E
/// malz.gefordert.leiter
///tailing.roses.exhales

Nahezu 90 % der Zeit herrscht Westwind und dadurch wird im Regelfall die 25 angeflogen, wodurch dies der Hauptpunkt zum Spotten ist. Der Bereich zwischen Punkt 1 und Punkt 2 erlaubt außerdem den Blick über den Zaun. Abgesehen von kleinen Lücken ist auf der gesamten Strecke hinter dem Zaun eine Hecke gepflanzt. Gerade im Sommer empfiehlt sich hier eine Leiter mit Tritthöhe über 1 m, falls man Maschinen beim rollen und Line up fotografieren möchte. Für ankommenden Verkehr wird keine Leiter benötigt. Nahe der Last-Chance-Platte auf der Nordseite findet man ein kleines gelbes Schild, welches die aktive Bahn anzeigt. Es empfiehlt sich also ein kurzer Blick durch Fernglas oder Objektiv bei der Ankunft. Falls die Bahnrichtung geändert wird, müssen zunächst die Fangseile am Anfang der Bahn durch die Feuerwehr (ab-)gespannt werden, sodass man einen Wechsel relativ schnell mitbekommt.


Brennweite: 100–400 mm
Zeit: Sonnenaufgang bis ca. 17:00

Punkt 2 - Schranke
50°50‘18.2“N 6°40‘36.4“E
/// geht.hingabe.reiter
/// soil.hatter.afford

Eine Zufahrt von der Ringstraße zum Taxiway erlaubt einen Blick auf die Last Chance-Platte sowie den Taxiway. Während des Last-Chance-Checks ist hier ungefähr die vordere Hälfte der Maschinen zu sehen. Sobald die Maschinen zum Line up rollen, stehen diese kurzzeitig face-to-face. Allerdings hat man hierfür nur jeweils ein paar Sekunden Zeit. Für den Zaun ist eine Drei-Stufen-Leiter notwendig. Sofern man aber die Schranke nicht im Bild haben möchte, sollte man eine mindestens Sechs-Stufen-Leiter mitbringen.


Brennweite: 300–600 mm
Zeit: Sonnenaufgang bis ca. 10:00 sowie ab Sonnenuntergang

Punkt 3 - Eindrehen aus der Platzrunde
50°50‘39.8“N 6°41‘03.7“E
/// höherer.fragte.ansage
/// reading.capers.uses

Falls die Maschinen einen Initial-Approach fliegen, kann man ungefähr hier das Eindrehen in den Endanflug fotografieren. Der genaue Punkt hängt natürlich vom jeweiligen Piloten ab und ist für Spotter demnach Glückssache. Gegebenenfalls muss man seinen Standort nach dem ersten Anflug noch etwas variieren. Auch bei einem Straight in sieht man die Maschinen hier nur im Gegenlicht. Falls man also einen sicheren Spot sucht, ist dieser Punkt absolut nicht zu empfehlen, wenn man aber mal einen anderen Blickwinkel sucht und auf sein Glück setzt, ist man hier absolut richtig.


Brennweite: 600 mm+
Zeit: nachmittags

Punkt 4 - SAR-Detachment und RWY 07 Dep.
50°49‘49.1“N 6°40‘51.7“E
/// vogel.funker.kinohit
/// stripes.seriousness.plights

Den SAR-Hubschrauber gut zu fotografieren, grenzt an eine Glückssache. Die Crew kann relativ kurzfristig entscheiden, ob sie einen „normalen“ Anflug auf die aktive Bahn oder einen direkten Anflug auf ihr Helipad durchführen. Die besten Chancen bietet dann diese Position, wo man einen direkten Anflug gut fotografieren kann. Des Weiteren eignet sich dieser Punkt für Abflüge auf der Runway 07. Je nach Steigwinkel muss man seinen Standort entlang des Feldwegs ein wenig anpassen.


Brennweite: SAR 200–600 mm
07 Dep 600 mm+
Zeit: Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Punkt 5 - Kiesgrube Feldweg
50°50‘05.1“N 6°41‘39.7“E
/// schenken.anmelden.vierer
/// luxury.staring.pothole

An dieser Stelle habt ihr einen schönen Überblick über den Bereich Final 25. Er liegt etwas erhöht zum restlichen Terrain, was den Bildwinkel gegenüber Pos. 1 verbessert. Allerdings ist dieser Punkt auch um einiges weiter entfernt, weswegen sich Brennweiten um die 600 mm empfehlen. Durch den regelmäßigen Lkw-Verkehr am Kieswerk empfiehlt es sich, aufgrund der Staubentwicklung, nicht direkt an der Einfahrt zu stehen, sondern den Feldweg ein paar Meter weiterzulaufen. Ebenso sollten Fahrzeuge nicht direkt an der Zufahrt abgestellt werden.


Brennweite: 400 mm+
Zeit: Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Punkt 6 - RWY 25 Dep.
50°49‘20.6“N 6°38‘14.5“E
/// versorgen.besuchten.ansteuerung
/// refused.flood.interpolated

An dieser Stelle lassen sich Jets sowie andere kleinere Maschinen nach dem Start auf der 25 fotografieren. Gemäß der Abflugroute legen sich die meisten Jets nach dem Start auf die linke Seite, sodass sich der Winkel deutlich verbessert. Bei einem besonders steilen Start, wie sie gerade Eurofighter gerne durchführen, stehen die Chancen auf ein gutes Foto allerdings schlecht.
Größere Maschinen lassen sich leicht schräg von vorne kurz nach dem Abheben fotografieren.


Brennweite: 400–600 mm
Zeit: 10:00-15:00

Punkt 7 - RWY 07 Approach
50°49‘20.6“N 6°38‘14.5“E
/// versorgen.besuchten.ansteuerung
/// refused.flood.interpolated

Sofern die RWY07 genutzt wird, lässt sich hier der ankommende Verkehr fotografieren. Der Punkt liegt etwas unterhalb des Platzniveaus, sodass zum einen die Maschinen gefühlt etwas höher anfliegen als auf der anderen Seite, zum anderen ist es hier nicht möglich, auf den Platz zu schauen bzw. zu fotografieren. Außerdem ist das Fenster zum Fotografieren aufgrund einer Baumreihe auf der anderen Seite der Bundesstraße um einiges kleiner als im RWY-25-Anflug.

Brennweite: 100–400 mm
Zeit: Sonnenaufgang bis ca. 17:00

Punkt 8 - RWY 25 Dep.
50°49‘05.1“N 6°38‘11.9“E
/// selten.lenkung.auffassung
/// ruffles.hacking.pennies

Dieser Punkt eignet sich hauptsächlich für größere Luftfahrzeuge (A400M und größer), allerdings mit der dementsprechenden Brennweite auch für Jets, die von der RWY 07 abheben. Vor allem bei langsamer Steigrate bieten sich ein guter Winkel und ausreichend Zeit für gute Fotos.

Brennweite: A400M und größer 300-600 mm
Jets: 600 mm+
Zeit: Sonnenaufgang bis ca. 10:00 sowie ab Sonnenuntergang

Häufige Besucher in Nörvenich: Während die Helikopter (H120, H135, H155 und AS332 Super Puma) der Bundespolizei aus Bonn Hangelar beinahe täglich in Nörvenich zu sehen sind, kommen die Tornados des TaktLwG 33 aus Büchel meistens ein- bis zweimal pro Woche in Nörvenich vorbei.

Text: Marc Rosenkranz, Sebastian Blind
Bilder: Marc Rosenkranz, Sebastian Blind

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